Magengeschwür

Bauch
Bild: sigrid rossmann / pixelio.de

Der Magen ist ein Teil des Verdauungstraktes und besteht grob gesagt aus mehrschichtigen Muskelwänden, welche innen mit säureresistenten Schleimhäuten verkleidet sind.

Entsteht ein Defekt in dieser Schleimhaut, spricht man von einem Magengeschwür, medizinisch auch Ulcus ventriculi genannt.
Betroffen sind meist Menschen mittleren Alters ab dem 40. eher aber nach dem 50. Lebensjahr. Die Anzahl der jährlichen Erkrankungen hieran bewegt bis hin zum unteren sechsstelligen Bereich. Bei einem Magengeschwür zerstört eine Entzündung zuerst den oberen Schleimhautbereich, ohne Behandlung dringt die Zerstörerische Wirkung allerdings weiter in die Magenwand vor, bis es letztendlich zu einem Magendurchbruch kommen kann.
Es erkranken wesentlich mehr Männer als Frauen an dieser Krankheit, einmal ausgebrochen müssen viele der Personen mit wiederkehrenden Magengeschwüren rechnen.
Das Magengeschwür ist eine der Häufigsten Magen/Darmerkrankungen in Europa.

Wodurch entstehen Magengeschwüre?

Lange Zeit hat man als Ursache für Magengeschwüre eine Übersäuerung des Magens und Stressfaktoren gesehen. Aber das tatsächlicher Verursacher der Krankheit das Bakterium Helicobacter pylori ist, entdeckten die Medizinnobelpreisträger des Jahres 2005, John Robin Warren und Barry Marshall.
Der menschliche Magen ist eine recht lebensfeindliche Umgebung, in der sich Magenschützende und Magenschädigende Faktoren eigentlich die Waage halten sollten.
Den Magen schädigen ein Säureüberschuss und eine ständige Entzündung, wogegen der Schutz im Vorhandensein einer schützenden Schleimhautschicht besteht, die noch dazu sehr gut durchblutet ist.
Hauptverursacher eines Magengeschwürs ist das Bakterium Helicobacter pylori, welches Schuld an 75% der Magen- und fast 100% der Zwölffingerdarmgeschwüre ist. Trotz der sauren, lebensfeindlichen Umgebung im Magen ist das Bakterium in der Lage, sich dort zu vermehren.
Eine Übermäßige Säureproduktion ist natürlich nach wie vor ein Faktor, welcher ein Magengeschwür begünstigt, kann aber nie alleiniger Verursacher sein.
Allerdings können auch verschiedenen Medikamente, diverse Antirheumatika zu einem Magengeschwür führen, wobei Rauchen und Alkoholkonsum dies noch begünstigen. Im Magen besitzt Alkohol keinerlei desinfizierende Wirkung.

Symptome von Magengeschwüren

Die Symptome bei einem Magengeschwür sind nicht sehr spezifisch, das heißt, man denkt bei den Symptomen gerne mal an andere harmlose “Wehwehchen” und somit wird ein Magengeschwür oftmals erst sehr spät erkannt. Als Symptome können ständige Bauchschmerzen auftreten, welche sich bei Nahrungsaufnahme noch verstärken, oftmals kommt es zu Übelkeit mit starkem Brechreiz. Auch blutiges Erbrochenes und schwarzer Stuhl durch verdautes Blut, welches im Magen ausgetreten ist, weisen auf ein Magengeschwür hin.
Bei Einnahme verschiedener Antirheumatika kann das Geschwür allerdings erst einmal vollkommen ohne Symptome bleiben und die Probleme treten erst bei fortgeschrittener Erkrankung zu Tage.

Diagnose

Zuerst wird sich der Arzt im Gespräch mit dem Patienten ein Bild über die Erkrankung aufgrund der schon erkannten Symptome machen, und die Magenpartie des Betroffenen abtasten. Eine schmerzhafte Druckempfindlichkeit lässt auf ein Magengeschwür schließen. Sicherheit bekommt man allerdings erst durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) mittels einer biegsamen Sonde, die durch die Speiseröhre in den Magen eingeführt wird.
So kann der Arzt die Magenwand von innen betrachten und nötigenfalls mit in der Sonde integrierten Zusatzgeräten eine Gewebeprobe (Biopsie) der Magenschleimhaut entnehmen.
Durch diese Biopsie, aber auch durch einen Atemtest bzw. eine Blutuntersuchung kann das Bakterium, falls vorhanden, nachgewiesen werden.
Sollte ein Patient die Magenspiegelung ablehnen, oder kann diese aus medizinischen Gründen nicht durchgeführt werden, kann man alternativ den Magen unter Zuhilfenahme eines Kontrastmittel, welches sich dann in Einbuchtungen der Magenschleimhaut sammelt, röntgen. Diese Einbuchtungen werden dann auf dem Röntgenbild erkannt. Diese Methode ist aber bei weitem nicht so effizient, wie die Spiegelung.

Behandlung eine Magengeschwürs

Die Therapie von Magengeschwüren beinhaltet in der Hauptsache erst einmal ein Vorgehen gegen dessen Verursacher, also das Bakterium und die übermäßige Säurebildung.
Gegen den Erreger werden hochwirksame Kombinationen von Antibiotika verordnet, die stets vor den Mahlzeiten einzunehmen sind. Parallel dazu können Medikamente zum Einsatz kommen, welche die Säureproduktion des Magens reduzieren, dadurch werden weniger Schmerzen verursacht und der Magen kann sich erholen.
Wurde das Magengeschwür durch die Antirheumatika oder andere Medikamente verursacht, müsse diese für den Verlauf der Behandlung auf jeden Fall abgesetzt werden, das es anderweitig nicht zu einer Ausheilung des Magengeschwürs kommen kann.
Das auf Nikotin und Alkohol verzichtet werden muss, sollte eigentlich jedem klar sein.
Mittels der Endoskopie kann das Geschwür auch bereits mikrochirurgisch behandelt sowie wirksame Medikamente direkt vor Ort zugeführt werden.
Wird durch die Medikamentöse Therapie allerdings kein Erfolg erzielt, kommt der Patient nicht um eine Operation herum.
Bei der Operation des Magengeschwürs wird der betroffene Teil des Magens chirurgisch entfernt, bei einem Zwölffingerdarmgeschwür wird ein Teil der Vagusnerven stillgelegt, um die Säureproduktion zu vermindern.

Vorbeugung

Generell kann man Magengeschwüren durch eine Magenschonende Ernährung vorbeugen.
Dazu zählt der Verzicht auf zu scharfes oder zu heißes Essen, im Prinzip alles, was die Magenschleimhäute reizen kann.
Des weiteren kann man mit Nikotinkarenz und dem reduzieren von scharfen, alkoholischen Getränken und der Reduktion von großen Mengen an Kaffee sehr gut vorbeugen.
Wenn eine Person erwiesenermaßen an wiederholenden Magengeschwüren leidet, sollte der Arzt bei Einnahme von auslösenden Medikamenten nach einer guten Alternative suchen, gegebenenfalls sind vorbeugend Säureblocker einzunehmen.

Medikamente gegen die Magengeschwüre

Es gibt diverse, säueblockende Medikamente, auch Protonenpumpenhemmer genannt. Diese werden zudem auch bei höherem Medikamentenkonsum als Magenschutz verschrieben. Dazu zählen Omeprazol, Lansoprazol, Esomeprazol und Pantoprazol.
Bei Entdeckung des Bakteriums Helicobacter werden dementsprechend Antibiotika eingesetzt.
Niemals Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

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