Verstopfung – Obstipation

Von einer Verstopfung wird gesprochen, wenn weniger als 3x in der Woche einen Stuhlgang gibt. Der Bereich wie viel und wie oft ein Stuhlgang normal ist reicht von 3x am Tag bis hin zu mindestens 3x in der Woche.

Die Verstopfung ist eine sehr verbreitete Krankheit in unseren Regionen. Fast jeder dritte leidet gelegentlich unter einer Verstopfung. Besonders im höheren Alter kann es vermehrt zu Verstopfungsproblemen kommen. Die Betroffenen klagen bei der Verstopfung neben einem unregelmäßigen Stuhlgang auch über Schmerzen während dem Stuhlgang selbst. Grundsätzlich leiden mehr Frauen als Männer unter einer Obstipation. Die Verstopfung wird von vielen Menschen auf die leichte Schulter genommen. Sollte die Verstopfung über einen längeren Zeitraum anhalte, ist davon auszugehen, dass die Ursache vielleicht auch wo anders liegen kann. Daher sollte man auf jeden Fall einen Arzt um Rat bitten.

Ursachen für eine Verstopfung

Der Grund für eine Verstopfung kann neben einer falschen Ernährung und zu wenig Wasser auch Stress, oder fehlende Bewegung sein. Besonders in unserer Industrialisierten und modernen Umgebung kommt es häufiger zu Verstopfungen als wie in Regionen wo die Industrialisierung weniger eingegriffen hat.

  • fehlende Ballaststoffe und Flüssigkeiten
    Die Ursache können unter anderem fehlende Ballaststoffe in unserer Ernährung sein. Denn gerade diese Stoffe sind für den Stuhlgang förderlich, da die Stuhlmasse aufgelockert und vermehrt wird. Im Weiteren benötigt die Stuhlmasse zwar mehr Platz im Darm, dies fördert aber auch den Stuhldrang. Somit kommt es weniger zu einer schmerzhaften Verstopfung. Weitere Gründe können auch die mangelnde Flüssigkeitszufuhr. Flüssigkeit und Bewegung wirkt sich direkt auf den Darm und den Stuhl aus.
  • Unterdrückung des Stuhldranges
    Neben den ernährungstechnischen Faktoren kann sehr wohl auch das unterdrücken des Stuhlganges eine Verstopfung hervorrufen. Beim zurückbehalten des Stuhles im Darm, wird dem Stuhl im Darm mehr das Wasser entzogen. Damit entsteht je nach Dauer der Unterdrückung ein immer härterer und unangenehmerer Stuhl, welcher dann zu Verstopfung führt.
  • tägliche Belastungen
    Ein Faktor den viele unterschätzen ist der Lebenswandel und Umstellungen. Ist Ihr Leben sehr stressig, reisen Sie viel oder machen eine radikale Umstellung der Ernährung so können auch diese Dinge unsere Verdauung beeinträchtigen. Zu den täglichen Belastungen gehören auch Schwangerschaften. Diese wirken sich leider auch nachteilig auf den Stuhlgang aus.
  • Medikamente
    Medikamente können zu einer Verstopfung genauso ihren Beitrag leisten wie eine falsche Ernährung oder ein Flüssigkeitsmangel. Der Auslöser einer Verstopfung durch Medikamente ist in den meisten Fällen auf die Nebenwirkungen zurück zu führen. Besonders häuft treten Verstopfungen bei Anticholinergika, Antidepressiva, Codein, Opiate oder spezielle Ergänzungsmittel mit Eisen auf. Abführende Medikamente oder Stoffe führen in manchen Fällen auch zu einem erschwerten Stuhlgang.
  • Weiter Ursachen können Sein: Multiple Sklerose, Mangel an körperlicher Betätigung,
    Chronische Darmentzündungen, Psychische Beeinflussungen oder Zu starker Alkohol, Nikotin oder Drogeneinfluss
  • Verstopfung als Zeichen für andere Krankheiten
    Die Verstopfung kann neben den aufgelisteten Gründen auch eine Krankheit als Ursache haben. Hier ist die Verstopfung nur eine Nebenerscheinung von beispielsweise Darmkrebs (Kolonkarzinom), Darmpolypen oder einem Leistenbruch.Hämorrhoiden sind nicht nur Unangenehm, sie können auch für Verstopfungen ausschlaggebend sein. Dabei wirkt die betroffene Person selbst sehr stark ein. Denn der Stuhlgang in Kombination mit Hämorrhoiden ist sehr unangenehm, was sehr oft eine absichtliche Unterdrückung des Stuhldranges mit sich bringt.  Dies führt im Weiteren zu einer Verstopfung.

Symptome bei einer Verstopfung

Die Symptome einer Verstopfung stehen immer im direkten Zusammenhang mit der Ursache. So wirkt sich eine falsche Ernährung oder zu wenig Wasser negativ auf die Konsistenz des Stuhles aus. Folgende Symptome treten sehr häufig auf bei Stuhl Problemen:

  • kein Appetit – kein Hungergefühl
  • unregelmäßiger und seltener Stuhlgang (weniger als 3x/Woche)
  • Gefühle wie Aufgebläht sein oder Völlegefühl
  • Schmerzen während dem Stuhlgang

Sollten während dem Stuhlgang folgende Symptome auftreten, so ist auf jeden Fall ein fachkundiger Arzt aufzusuchen, da diese auf andere Probleme als einer normalen Verstopfung hindeuten können:

  • Stuhlgang mit Blut
  • Gewichtsverlust während der Verstopfung
  • Verstopfung in Kombination mit Bauchschmerzen
  • Verstopfung über einen längeren Zeitraum

Behandlung einer Verstopfung

Bevor die Behandlung erfolgen kann wird eine Untersuchung des Darmes gemacht. Eventuell kann auch eine Blutabnahme für einen Blutbefund notwendig werden. Um die Verstopfung zu lösen verwendet der Arzt spezielle Abführmittel die die Stuhlentleerung fördern. Diese Abführmittel (Laxantien) wirken dabei nicht gegen den Auslöser der Verstopfung, sondern nur gegen die Verstopfung selbst. Das bedeutet dass der Auslöser bzw. die Ursache erst herausgefunden werden muss, damit es nicht zu einer erneuten Verstopfung kommt.

Abführmittel

Es gibt eine Vielzahl von Abführmittel auf dem Markt. Viele davon sind auch ohne Rezept vom Arzt erhältlich. Es ist strengstens anzuraten Abführmittel nur vom Arzt verschreiben zu lassen. Abführmittel wirken unterschiedlich und können Nebenwirkungen hervorrufen.

Arten von Abführmittel:

  • Quellmittel Abführmittel
    Hierbei werden Flüssigkeiten gebunden und die Stuhlmasse wird damit vermehrt. Dies wirkt direkt in Form einer Ausdehnung der Darmwand, was den eigentlichen Stuhlgang dann wiederum erleichtert.
  • Osmotische Abführmittel
    Auch diese Art von Abführmittel bindet Wasser im Darmbereich. Dies ermöglicht, dass der Stuhl wasserhaltiger wird und der Stuhl selbst weicher beim Ausscheiden ist. Es ist auch möglich eine komplette Darmentleerung mit einem osmotischen Abführmittel zu erreichen.
  • Hydagoge Abführmittel
    Mit diesem Abführmittel wird der Wassereinstrom gefördert. Dies wirkt sich auf eine überhöhte Darmleistung aus. Somit wird die Stuhlmasse vermehrt und zusätzlich auch weicher.

Welche Möglichkeiten hat man selbst?

Es gibt mehrere Möglichkeiten gegen eine Verstopfung vorzugehen. Diese Maßnahmen helfen natürlich nur, wenn es sich um ein temporäres Problem handelt und somit nicht durch eine andere Krankheit hervorgerufen wurde.

Ernährung

Eine Umstellung der Ernährung ist wichtig, damit der Verdauungsapparat wieder einwandfrei arbeiten kann. Um dies zu gewährleisten sollten Sie auf folgende Dinge bei der Ernährung achten:

  • viele Ballaststoffe (zu finden in Obst und Gemüse)
  • keine Lebensmittel die verstopfen wirken (Soletti, Tee, Kakao, Cola, Rotwein etc.)
  • viele Vollkornhalte Nahrungsmittel
  • Verdauungsfördernde Produkte Essen (Jogurt mit Leinsamen, Yakult etc)

Trinken

Jeden Tag viel zu trinken ist wichtig für unseren Körper und die Gesundheit. Das Trinken fördert besonders die Verdauung. Versuchen Sie mit folgenden Tipps zu profitieren:

  • Morgens das erste Glas Wasser trinken um den Darm anzuregen
  • Vor der Einnahme von Mahlzeiten ein Glas Wasser trinken (reduziert den Hunger)
  • Jederzeit eine kleine Wasserflasche zur Hand haben ist wichtig (auch unterwegs)
  • Wasser mit Geschmack bringt etwas Abwechslung ins Trinken (Wasser mit Zitronenblätter, Minze Blätter, Pfefferminzblätter etc.)

Bewegung

Wenn Sie sich jeden Tag etwas mehr bewegen, wirkt sich das direkt auf die Verdauung aus. So wäre es beispielsweise empfehlenswert anstelle des Buses einmal zu Fuß zu gehen oder anstelle des Aufzuges die Treppe zu bevorzugen. Natürlich ist auch ein Spaziergang empfehlenswert.

Weitere interessante Beiträge:

  1. Natürliche Hilfsmittel gegen Verstopfung

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>