Hämoglobinmangel

Blut
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Das Hämoglobin sind eisenhaltige Proteine in den roten Blutkörperchen, die für den Transport von Sauerstoff von der Lunge zu allen Verbrauchern im Körper zuständig sind. Ein zu geringer Hämoglobinwert wird auch als Anämie bezeichnet.

Ein Blutmangel, oder auch Blutarmut, medizinisch Anämie genannt entsteht, wenn die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und somit auch der Hämoglobinanteil im Blut sinkt. Die Entwicklungszeit der Erythrozyten beträgt 7 Tage, ihre Lebensdauer 120 Tage. Sie werden im Knochenmark größerer Knochen aus den Stammzellen produziert und ein Teil von ihnen in der Milz “zwischengelagert”, wobei in der Milz auch die roten Blutkörperchen entsorgt werden, deren Lebensdauer abgelaufen ist.

Ursachen für einen Hämoglobinmangel bzw. eine Anämie

Ein Hämoglobinmangel kann durch die gestörte Produktion an roten Blutkörperchen entstehen, welche folgende Hintergründe haben kann:
Die Erythrozyten benötigen zu ihrer Produktion einige wichtige Stoffe, durch deren fehlen dann eine Mangelanämie ausgelöst wird. Diese Stoffe können Folsäure, Proteine, Eisen oder die Vitamine B6, B12 oder C sein.
Des weiteren kann der Mangel durch eine zu kurze Lebensdauer der Erythrozyten, verursacht durch eine Krankheit, ausgelöst werden. Ebenfalls kann durch Knochenmarksinfektionen oder durch Nierenschäden die Produktion vermindert, oder sogar ganz eingestellt werden.
Zudem können auch Blutungen, sowohl in den Körper (Magenblutung) als auch nach außerhalb des Körpers (Blut im Stuhl, Blut im Urin) ursächlich für den Blutmangel sein.

Symptome

Eine Anämie kann zahlreiche Symptome hervorrufen, die einzeln gesehen nicht unbedingt auf eine Blutarmut hinweisen und daher gerne falsch gedeutet werden. In der Regel entstehen die Symptome durch einen Sauerstoffmangel im Blut. Sichtbare Anzeichen sind Blässe sowohl der Haut als auch der Schleimhäute, merkliche Symptome entstehen durch einen Sauerstoffmangel im Gehirn, wie z.B. Kopfschmerzen, Ohrensausen, Sehstörungen, Konzentrationsprobleme und Schlaflosigkeit.
Es kann durch Sauerstoffmangel im Herzen zu Herzrasen bis hin zum Herzinfarkt kommen, Atemnot kann auftreten, sowie Schweißausbrüche am ganzen Körper.

Diagnose der Anämie

Bei Verdacht auf eine Anämie wird als erstes eine Blutuntersuchung durchgeführt, durch die eine Verminderung der roten Blutkörperchen erkannt werden kann. Ist dies der Fall, wird das Blut weiterhin auf Mangelerscheinungen eben dieser Stoffe untersucht, welche der Körper zur Produktion der Erythrozyten benötigt.
Hat sich der Verdacht auf eine Anämie bestätigt, muss genauestens nach der Ursache hierfür geforscht werden. Dabei kann schon die mikroskopisch erkennbare, evtl. veränderte, Form der roten Blutplättchen einen Hinweis auf die Ursache geben.
Unter Umständen wird der Arzt auch eine Urin- und Stuhlprobe fordern, um diese auf austretendes Blut zu untersuchen.

Behandlung einer Blutarmut

Es wird nicht die Anämie selber behandelt, denn durch Behandlung und Beseitigung der Ursachen behebt sich die Blutarmut in der Regel selber. Handelt es sich um eine Mangelanämie, werden dem Körper über einen gewissen Zeitraum die fehlenden Präparate zugeführt. Liegt die Ursache in Blutungen, z.B. durch ein Magengeschwür oder Ähnliches, so muss umgehend diese Blutung beseitigt werden.
Ist natürlich ein Knochenmarkstumor für die fehlende Blutbildung verantwortlich, so sind hier weiter reichende Therapiemaßnahmen erforderlich.
Bei sehr starkem Blutverlust kann eine Bluttransfusion notwendig werden.

Vorbeugung

Die für die Blutbildung notwendigen Stoffe hat sich der menschliche Körper seit jeher aus seinen Nahrungsmitteln geholt. In unsere modernen, eiligen Welt, wo Fastfood in der Ernährung eine immer größere Rolle spielt, kommt es auch immer häufiger zu Mangelerscheinungen.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann allerdings in so manchem Fall eine Anämie vorbeugen, dies ist aber nicht generell so. Eine Vorbeugung ist so natürlich nicht möglich, wenn der Verursacher eine andere Erkrankung ist.

Medikamente bei Blutarmut

Es gibt spezielle Vitaminpräparate oder Medikamente, mit denen man die Mangelerscheinungen im Blut ausgleichen kann. Es ist allerdings auch ungesund, wenn man nun ohne Überlegung seinen Körper mit Vitamin- und Eisenpräparaten voll stopft, denn zuviel ist auch ungesund. Am besten ist es, zusammen mit dem behandelnden Arzt zu entscheiden, welche Präparate, wie lange und in welcher Dosis.

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